· 

Ulrike Böhmer begeisterte

Am vergangenen Samstag traf Erna Schabiewsky – das Andere Ich von Ulrike Böhmer – den Nerv der fast 140 Zuhörer und Zuhörerinnen in der farbenfroh illuminierten Herbeder Kirche. In knallrotem Outfit mit Rock und Weste, Hut und Handtasche, nahm sie kein Blatt vor den Mund – vor allem nicht, wenn es um die Kirche ging. So redete sie über die Kirche in Coronazeiten, verschwundene Priester, Maria 2.0, Kirchenaustritte und Glaubensverlust.

 

Sie empfahl bei Glaubensverlust den lieben Gott mal beiseite zu stellen und mit Maria ein Update 2.0 zu starten. Dabei könnte dann durchaus eine neue, eher weibliche Gotteserfahrung Raum greifen. Für sich querlegende Bischöfe bei der Frage des Kommunionempfangs für den nicht-katholischen Partner empfahl sie einem Gallenstein-Zertrümmerer. Von einer Weihe verheirateter, erfahrener Männer (viri probati) riet sie jedoch ab. Damit würde lediglich versucht, die Frauen vom Weiheamt fernzuhalten. Da aber die Frauen sicherlich für ihre Ehemänner die Predigt schreiben müssten, könnten sie doch besser gleich selbst predigen.

 

Rund zwei Stunden brannte ihr kabarettistisches Feuerwerk im Chor der Kirche (herzlichen Dank an die Menschen in St. Josef für die Ausleihe der Bühnenelemente). Vor Programmbeginn und in der Pause sorgte der veranstaltende Förderverein von St. Peter und Paul mit Getränken und Laugenbrezeln für das leibliche Wohl der fröhlich gestimmten Besucher und Besucherinnen.

 

Wer Ulrike Böhmer das nächste Mal live erleben will, dem sei ein Besuch bei „Kultur auffem Hügel“ in Witten-Heven wärmstens empfohlen. Mit dem neuen Programm „Alles auf Anfang“ feiert sie am 20. Januar 2024 Premiere bei der evangelischen Nachbargemeinde.

Die nachfolgenden Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem gelungenen Abend.

 

Text: Benno Jacobi

 

Bilder: Ulrich Kestler, Melanie Holzbecher